ABF Halle : Diskussionsforum ABF-IVA
Das ehemalige Institut zur Vorbereitung auf das Auslandsstudium
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stasimitarbeiter
geschrieben von: Ehrhardt (IP gespeichert)
Datum: 05. September 2003 19:05
hallöchen,
erstmal großes lob an den macher dieser seite.
habe mal ne frage am jeden:
wer hat schon seine stasiakte eingesehen.
werde in kürze die einsicht in meine beantragen.
mich würde interessieren wer von meinen damaligen klassenkameraden IM war.
meine schätzungen laufen auf 3 bis 4 personen pro klasse. auch die lehrer würden mich interessieren.
waren es die "blind überzeugten" oder die eher unauffälligen. wenn ihr über eure erfahrungen darüber bberichten wollt, nur zu . wer seine meinung nicht öffentlich kundgeben möchte, kann auch ne mail an mich richten.
nur noch kurz zu meiner person:
wie oben gesagt, war ich klasse C1 Abitur: 1988
klassenlehrer: "deutschmüller".
hoffe mal auf resonanz
woelfi
P.S.: vor drohungen habe ich keine angst
erstmal großes lob an den macher dieser seite.
habe mal ne frage am jeden:
wer hat schon seine stasiakte eingesehen.
werde in kürze die einsicht in meine beantragen.
mich würde interessieren wer von meinen damaligen klassenkameraden IM war.
meine schätzungen laufen auf 3 bis 4 personen pro klasse. auch die lehrer würden mich interessieren.
waren es die "blind überzeugten" oder die eher unauffälligen. wenn ihr über eure erfahrungen darüber bberichten wollt, nur zu . wer seine meinung nicht öffentlich kundgeben möchte, kann auch ne mail an mich richten.
nur noch kurz zu meiner person:
wie oben gesagt, war ich klasse C1 Abitur: 1988
klassenlehrer: "deutschmüller".
hoffe mal auf resonanz
woelfi
P.S.: vor drohungen habe ich keine angst
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Matze (IP gespeichert)
Datum: 06. September 2003 02:31
Ich (ABF 87-89) hatte schon vor einiger Zeit dort angefragt. Resultat: Keine dicke Akte, sondern nur die übliche Karteikarte als später "interessante Person" wegen des Auslandsstudiums. Aufgrund gewisser Vorgänge hatte ich mehr erwartet, aber so eifrig war man dann doch wohl nicht.
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Holger Schieweck (IP gespeichert)
Datum: 15. September 2003 21:11
Tag auch!
An sich ein interessantes Thema, das jeder Betroffene für sich anders entscheiden wird.
Mich hat der Satz am Schluss irritiert. Wer sollte Dir drohen und warum?
Vielleicht ist Dir das ja beim schreiben gar nicht aufgefallen, aber dadurch es sieht so aus, als ob Du denen drohst, die es betrifft. Motto: "Jetzt könnt ihr euch noch freiwillig stellen"!
Viel Spass beim Lesen Deiner Akte! Da lauern sicher ein paar faustdicke Überraschungen.
Ich jedenfalls ziehe es vor, noch ein paar Jährchen zu warten, bis die Weisheit des Mittelalters mir genügend Ruhe für solche Lektüre gibt.
Holger
An sich ein interessantes Thema, das jeder Betroffene für sich anders entscheiden wird.
Mich hat der Satz am Schluss irritiert. Wer sollte Dir drohen und warum?
Vielleicht ist Dir das ja beim schreiben gar nicht aufgefallen, aber dadurch es sieht so aus, als ob Du denen drohst, die es betrifft. Motto: "Jetzt könnt ihr euch noch freiwillig stellen"!
Viel Spass beim Lesen Deiner Akte! Da lauern sicher ein paar faustdicke Überraschungen.
Ich jedenfalls ziehe es vor, noch ein paar Jährchen zu warten, bis die Weisheit des Mittelalters mir genügend Ruhe für solche Lektüre gibt.
Holger
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Hans-Gert Bernstein (IP gespeichert)
Datum: 17. September 2003 09:02
Hallo, Erhardt,
ich gehöre zu einem deutlich älteren Semester, aber 2-3 IM-Leute pro Seminargruppe (hiessen die Seminargruppen bei Euch schon Klassen?) dürfte eine reale Schätzung sein. Meine Empfehlung: Am 25. 10. 2003 in den Bauern-Club zum ABF-Treffen kommen. Dort liefen zumindestens 2001 beim Treffen ein paar Typen rum, die an der "Aufarbeitung" der Stasi-Vergangenheit der ABF beteiligt waren und auch Namen kannten u. z. Teil auch von sich gaben. Ansonsten liegt die Wartezeit für die Unterlagen der Birthler-Behörde immer noch bei 4-5 Jahren.
Herzlichst
Hans-Gert Bernstein
MagdeburgEhrhardt schrieb:
>
> hallöchen,
> erstmal großes lob an den macher dieser seite.
> habe mal ne frage am jeden:
> wer hat schon seine stasiakte eingesehen.
> werde in kürze die einsicht in meine beantragen.
> mich würde interessieren wer von meinen damaligen
> klassenkameraden IM war.
> meine schätzungen laufen auf 3 bis 4 personen pro klasse.
> auch die lehrer würden mich interessieren.
> waren es die "blind überzeugten" oder die eher unauffälligen.
> wenn ihr über eure erfahrungen darüber bberichten wollt, nur
> zu . wer seine meinung nicht öffentlich kundgeben möchte,
> kann auch ne mail an mich richten.
> nur noch kurz zu meiner person:
> wie oben gesagt, war ich klasse C1 Abitur: 1988
> klassenlehrer: "deutschmüller".
> hoffe mal auf resonanz
> woelfi
> P.S.: vor drohungen habe ich keine angst
ich gehöre zu einem deutlich älteren Semester, aber 2-3 IM-Leute pro Seminargruppe (hiessen die Seminargruppen bei Euch schon Klassen?) dürfte eine reale Schätzung sein. Meine Empfehlung: Am 25. 10. 2003 in den Bauern-Club zum ABF-Treffen kommen. Dort liefen zumindestens 2001 beim Treffen ein paar Typen rum, die an der "Aufarbeitung" der Stasi-Vergangenheit der ABF beteiligt waren und auch Namen kannten u. z. Teil auch von sich gaben. Ansonsten liegt die Wartezeit für die Unterlagen der Birthler-Behörde immer noch bei 4-5 Jahren.
Herzlichst
Hans-Gert Bernstein
MagdeburgEhrhardt schrieb:
>
> hallöchen,
> erstmal großes lob an den macher dieser seite.
> habe mal ne frage am jeden:
> wer hat schon seine stasiakte eingesehen.
> werde in kürze die einsicht in meine beantragen.
> mich würde interessieren wer von meinen damaligen
> klassenkameraden IM war.
> meine schätzungen laufen auf 3 bis 4 personen pro klasse.
> auch die lehrer würden mich interessieren.
> waren es die "blind überzeugten" oder die eher unauffälligen.
> wenn ihr über eure erfahrungen darüber bberichten wollt, nur
> zu . wer seine meinung nicht öffentlich kundgeben möchte,
> kann auch ne mail an mich richten.
> nur noch kurz zu meiner person:
> wie oben gesagt, war ich klasse C1 Abitur: 1988
> klassenlehrer: "deutschmüller".
> hoffe mal auf resonanz
> woelfi
> P.S.: vor drohungen habe ich keine angst
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Peter Fischer (IP gespeichert)
Datum: 19. September 2003 02:03
Hallo,
inzwischen habe ich (ABF-Student 1980/81, ABF-Lehrer 1988-Ende) im Frühjahr diesen Jahres Antrag auf Aktenenisicht gestellt und einen "Persilschein" bekommen. (...,daß zu Ihrer Person keine Hinweise auf Unterlagen vorliegen.)
Weiterhin der Hinweis, daß sich das auf die bisher erschlossenen Unterlagen bezieht und man sich in ca. 2 Jahren wegen Ergänzung wieder melden könnte...
Tschüß Peter
inzwischen habe ich (ABF-Student 1980/81, ABF-Lehrer 1988-Ende) im Frühjahr diesen Jahres Antrag auf Aktenenisicht gestellt und einen "Persilschein" bekommen. (...,daß zu Ihrer Person keine Hinweise auf Unterlagen vorliegen.)
Weiterhin der Hinweis, daß sich das auf die bisher erschlossenen Unterlagen bezieht und man sich in ca. 2 Jahren wegen Ergänzung wieder melden könnte...
Tschüß Peter
Re: stasimitarbeiter demnächst klar
geschrieben von: Störer (IP gespeichert)
Datum: 09. Oktober 2003 12:02
Sooo,
mal etwas Klartext, als Anreißer (mehr zu späterer Zeit).
- BStU (Gauck-/Birthler-Behörde): Jeder ABFler hat, wie angedeutet wurde, mindestens eine Karteikarte. I.d.R. Hauptabteilung II/10, VSH (Vorverdichtungs-, Sicherungs-, Hinweiskartei). Wenn in der (meist linken) oberen Ecke ein "D" gestempelt ist, kann das ein Anhaltspunkt für weitere vorhandene Akten sein. Nur die Erschließung ist noch nicht soweit, und eventuell sind auch Teile vernichtet worden.
Die BStU versucht manchmal, Leute wie mich abzuwimmeln (weil '89 noch keine 18 Jahre). Wer es wirklich wissen will, sollte auf Antragsannahme bestehen. www.bstu.de
***
- IM: Die Angabe 2-3 IM/Klasse(Gruppe) ist korrekt. Allerdings waren das oft Anwerbungen in "Perspektive", und nicht primär auf das Bespitzeln der KK gerichtet. Natürlich erwünschter Nebeneffekt, dass eifrig Infos gesammelt wurden, um beim MfS zu punkten.
***
Die '89er Gruppe von Fr. Nagel (im August über Ungarn abgehauen) wäre theoretisch besonders betroffen gewesen, klar. Aber wg. des Herbstes danach ist es zu keinen gravierenden aktenkundigen Vorgängen gekommen (normalerweise wäre das ein OV geworden, auch wg. solcher Leute wie mir und 2 anderen). Oder aber die Papiere sind den vorgesehenen Weg nach Schwanitz' Befehl gegangen, als noch offene Vorgänge mit untergeordneter operativer Bedeutung für's AfNS in den Reißwolf.
So blieb einzige spürbare Verschärfung die Bestimmung des allseits bekannten Hewelt (vgl. Geschichte der SED) zum G-Dozenten.
***
- Akten: Der Weg von Informationen aus Wohnheim und UGs in die Stasi-Dienststellen u. Akten ist leider immer noch nicht nachzuvollziehen. Die HA II ist zwar verhältnismäßig gut erschlossen im Vergleich zu anderen Abteilungen, die ich mir vorgeknöpft habe, aber die Teilung von Zuständigkeiten zwischen Kreis-, Bezirks- und zentraler Stasi Berlin ist weiter unlogisch.
***
(letzter Absatz gestrichen, folgt demnächst)
***
Gruß und Frohes Rätselraten,
Euer Störer
PS: da haben wir doch was feines... unaufgeräumt, aber mit vielen ungewöhnlichen Infos - [www.MfS.de.tt]
mal etwas Klartext, als Anreißer (mehr zu späterer Zeit).
- BStU (Gauck-/Birthler-Behörde): Jeder ABFler hat, wie angedeutet wurde, mindestens eine Karteikarte. I.d.R. Hauptabteilung II/10, VSH (Vorverdichtungs-, Sicherungs-, Hinweiskartei). Wenn in der (meist linken) oberen Ecke ein "D" gestempelt ist, kann das ein Anhaltspunkt für weitere vorhandene Akten sein. Nur die Erschließung ist noch nicht soweit, und eventuell sind auch Teile vernichtet worden.
Die BStU versucht manchmal, Leute wie mich abzuwimmeln (weil '89 noch keine 18 Jahre). Wer es wirklich wissen will, sollte auf Antragsannahme bestehen. www.bstu.de
***
- IM: Die Angabe 2-3 IM/Klasse(Gruppe) ist korrekt. Allerdings waren das oft Anwerbungen in "Perspektive", und nicht primär auf das Bespitzeln der KK gerichtet. Natürlich erwünschter Nebeneffekt, dass eifrig Infos gesammelt wurden, um beim MfS zu punkten.
***
Die '89er Gruppe von Fr. Nagel (im August über Ungarn abgehauen) wäre theoretisch besonders betroffen gewesen, klar. Aber wg. des Herbstes danach ist es zu keinen gravierenden aktenkundigen Vorgängen gekommen (normalerweise wäre das ein OV geworden, auch wg. solcher Leute wie mir und 2 anderen). Oder aber die Papiere sind den vorgesehenen Weg nach Schwanitz' Befehl gegangen, als noch offene Vorgänge mit untergeordneter operativer Bedeutung für's AfNS in den Reißwolf.
So blieb einzige spürbare Verschärfung die Bestimmung des allseits bekannten Hewelt (vgl. Geschichte der SED) zum G-Dozenten.
***
- Akten: Der Weg von Informationen aus Wohnheim und UGs in die Stasi-Dienststellen u. Akten ist leider immer noch nicht nachzuvollziehen. Die HA II ist zwar verhältnismäßig gut erschlossen im Vergleich zu anderen Abteilungen, die ich mir vorgeknöpft habe, aber die Teilung von Zuständigkeiten zwischen Kreis-, Bezirks- und zentraler Stasi Berlin ist weiter unlogisch.
***
(letzter Absatz gestrichen, folgt demnächst)
***
Gruß und Frohes Rätselraten,
Euer Störer
PS: da haben wir doch was feines... unaufgeräumt, aber mit vielen ungewöhnlichen Infos - [www.MfS.de.tt]
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Knut Pfefferkorn (IP gespeichert)
Datum: 21. Oktober 2003 21:18
Hallo,
dann waren wir ja selber Jahrgang.
C3, Frau Dr. Andrä (sp), 1007
an DeuMü und MaMü kann ich mich auch noch gut errinern.
Meine Akte (schon vor ein paar Jahren eingesehen) brachte nichts entscheidendes.
Irgend so ein "Vorgang Auslandsstudenten", wo mein Name drauf war, und eine Beurteilung aus dem Wohngebiet.
Nix mit ABF, und auch kein Hinweis auf meinen Lehrbetrieb GISAG Leipzig, wo aber auch eine Menge Geheimes abgelaufen ist. (da wurden z.B. Panzerketten gefertigt)
Hmm, vielleicht noch mal einen neuen Antrag stellen?
dann waren wir ja selber Jahrgang.
C3, Frau Dr. Andrä (sp), 1007
an DeuMü und MaMü kann ich mich auch noch gut errinern.
Meine Akte (schon vor ein paar Jahren eingesehen) brachte nichts entscheidendes.
Irgend so ein "Vorgang Auslandsstudenten", wo mein Name drauf war, und eine Beurteilung aus dem Wohngebiet.
Nix mit ABF, und auch kein Hinweis auf meinen Lehrbetrieb GISAG Leipzig, wo aber auch eine Menge Geheimes abgelaufen ist. (da wurden z.B. Panzerketten gefertigt)
Hmm, vielleicht noch mal einen neuen Antrag stellen?
Re: stasimitarbeiter demnächst klar
geschrieben von: Kalle (IP gespeichert)
Datum: 19. November 2003 13:32
Hallo, hatten im September 03 unser letztes Treffen, haben dort auch heftig diskutiert, sind auch zu keinem Ergebnis gekommen. Werde mal einen Antrag auf Einsicht stellen.
Bis bald, wenn's was neues gibt
P.S. auch C 1 Abi 88
Bis bald, wenn's was neues gibt
P.S. auch C 1 Abi 88
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Ali (IP gespeichert)
Datum: 25. Januar 2004 21:21
Hallo, Ihr Interessierten und Betroffenen,
Euer Wissendurst sollte bald erfüllt werden,
denn:
An der MLU ensteht gerade am Inst.f.Geschichte eine Dissertation über das operative Zusammenwirken von MfS und MLU, also die "Überwachung" von Lehrkörper und Studenten.
Darin werden auch die IMs beschrieben werden, die zahlreich und rege an der ABF II tätig waren.
Mitte des Jahres 2004 solltet Ihr mal aufmerksam die Seminare und Vortragslisten der uni studieren. In der Festschrift "Beiträge zur Geschichte der MLU 1502-2002" ist schon einiges zu lesen.
Parallel dazu entsteht eine Arbeit über die Geschichte der ABF II unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses des MfS. Auch das wird zu gegebener Zeit lesbar und für einige überraschend sein.
Zuständig für die ABF war die MfS-"Linie" II, wegen der besonderen Auslands-Sensibilität die "Antispionage"-Abteilungen (sowohl Haupabteilung in Berlin als auch von der Bezirksverwaltung Halle);
daneben mischte aber auch die Linie XX mit, in Halle Abt. XX Referat 3, später 8, in der Anfangszeit hieß dass Linie V Ref. 1 bzw. 6, verantwortlich für die Hochschulen überhaupt.
Ihr könnt davon ausgehen, dass sehr viele Studiendirektoren "dabei" waren.
Das Ziel, studentische IMs an der ABF anzuwerben (und das vorzubereiten war mit Aufgabe der Dozenten-IMs und -FIMs), verschob sich zunehmend dahin, dass die Studiendirektoren, die verantwortlich für die Studienlenkung waren, ausgesuchte Studenten dorthin zum Studium vermittelten, wo sie "im Interesse unseres Organs" gebraucht und dann angeworben werden sollten.
Vorher kamen geworbene IMs oft auf irgend ein Kaff, wo keine "Kontakttätigkeit" möglich war, und die ganze schwere Arbeit der Werbung einschl. deren Vorbereitung war für die Katz.
Also hallo:
erinnert Euch, wohin, in welche Fachrichtungen und Studienorte Ihr weswegen vermittelt werden solltet.
Außerdem war die "einheitliche Erzieherfront" abzusichern, der zahlreiche gute Dozenten zum Opfer fielen, z.B. auch SED-FPL-Mitglied "Hase Schulz".
Hauptaugenmerk war natürlich darauf gerichtet, nicht die "Falschen" zu delegieren und damit besonders in ihrer Karriere zu fördern.
Dazu gehörten besonders Leute, die als "religiös" bekannt wurden, Westkontakte waren sowieso bis fast zuletzt vom Teufel, und wer "negativ" diskutierte, wer etwa im Hallenser Raum über die tödliche Umweltsituation ins echte Grübeln kam, der war out.
(Eine Heimdozentin, die sich beim Lesen eines historischen Romans über Jesus von Nazareth erwischen ließ, wurde mit MfS-Hilfe gefeuert)
Das MfS saß von Anfang an aktiv mit im Institut. Viele Dozenten wurden aber erst ab Honecker geworben, wegen der Entspannung == "besonders komplizierten politischen Lage".
Nicht jeder Student übrigens, der sich dem MfS anbiederte, wurde genommen, aber vielleicht genutzt. Sie mussten geistig wendig sein, aber politisch natürlich einen festen Klassenstandpunkt haben. Vielfach wurden ihnen am Anfang einige Märchen erzählt, weshalb sie gerade gebraucht wurden, mit ein paar Spielaufgaben wurden sie getestet, dann konnte man mit ihnen was anfangen.
Eins wird klar sein: Die Entlastungsbemerkung "Aber wir haben jetzt den Verfassungsschutz", ist als solche ziemlich blöd...
Ali
Euer Wissendurst sollte bald erfüllt werden,
denn:
An der MLU ensteht gerade am Inst.f.Geschichte eine Dissertation über das operative Zusammenwirken von MfS und MLU, also die "Überwachung" von Lehrkörper und Studenten.
Darin werden auch die IMs beschrieben werden, die zahlreich und rege an der ABF II tätig waren.
Mitte des Jahres 2004 solltet Ihr mal aufmerksam die Seminare und Vortragslisten der uni studieren. In der Festschrift "Beiträge zur Geschichte der MLU 1502-2002" ist schon einiges zu lesen.
Parallel dazu entsteht eine Arbeit über die Geschichte der ABF II unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses des MfS. Auch das wird zu gegebener Zeit lesbar und für einige überraschend sein.
Zuständig für die ABF war die MfS-"Linie" II, wegen der besonderen Auslands-Sensibilität die "Antispionage"-Abteilungen (sowohl Haupabteilung in Berlin als auch von der Bezirksverwaltung Halle);
daneben mischte aber auch die Linie XX mit, in Halle Abt. XX Referat 3, später 8, in der Anfangszeit hieß dass Linie V Ref. 1 bzw. 6, verantwortlich für die Hochschulen überhaupt.
Ihr könnt davon ausgehen, dass sehr viele Studiendirektoren "dabei" waren.
Das Ziel, studentische IMs an der ABF anzuwerben (und das vorzubereiten war mit Aufgabe der Dozenten-IMs und -FIMs), verschob sich zunehmend dahin, dass die Studiendirektoren, die verantwortlich für die Studienlenkung waren, ausgesuchte Studenten dorthin zum Studium vermittelten, wo sie "im Interesse unseres Organs" gebraucht und dann angeworben werden sollten.
Vorher kamen geworbene IMs oft auf irgend ein Kaff, wo keine "Kontakttätigkeit" möglich war, und die ganze schwere Arbeit der Werbung einschl. deren Vorbereitung war für die Katz.
Also hallo:
erinnert Euch, wohin, in welche Fachrichtungen und Studienorte Ihr weswegen vermittelt werden solltet.
Außerdem war die "einheitliche Erzieherfront" abzusichern, der zahlreiche gute Dozenten zum Opfer fielen, z.B. auch SED-FPL-Mitglied "Hase Schulz".
Hauptaugenmerk war natürlich darauf gerichtet, nicht die "Falschen" zu delegieren und damit besonders in ihrer Karriere zu fördern.
Dazu gehörten besonders Leute, die als "religiös" bekannt wurden, Westkontakte waren sowieso bis fast zuletzt vom Teufel, und wer "negativ" diskutierte, wer etwa im Hallenser Raum über die tödliche Umweltsituation ins echte Grübeln kam, der war out.
(Eine Heimdozentin, die sich beim Lesen eines historischen Romans über Jesus von Nazareth erwischen ließ, wurde mit MfS-Hilfe gefeuert)
Das MfS saß von Anfang an aktiv mit im Institut. Viele Dozenten wurden aber erst ab Honecker geworben, wegen der Entspannung == "besonders komplizierten politischen Lage".
Nicht jeder Student übrigens, der sich dem MfS anbiederte, wurde genommen, aber vielleicht genutzt. Sie mussten geistig wendig sein, aber politisch natürlich einen festen Klassenstandpunkt haben. Vielfach wurden ihnen am Anfang einige Märchen erzählt, weshalb sie gerade gebraucht wurden, mit ein paar Spielaufgaben wurden sie getestet, dann konnte man mit ihnen was anfangen.
Eins wird klar sein: Die Entlastungsbemerkung "Aber wir haben jetzt den Verfassungsschutz", ist als solche ziemlich blöd...
Ali
Re: stasimitarbeiter
geschrieben von: Karla Andrejew (IP gespeichert)
Datum: 02. Februar 2004 18:08
Meine "Stasiakte" bestand genau aus 3 einzelnen Blättern: eine Seite die Meldung über das Auslandsstudium, eine zur Personenstandsanzeige (Heirat eines Ausländers 1988) und eine darüber, wo ich nach dem Studium hingezogen bin.
Sonst nichts, sie haben also doch nicht alles gewußt oder ich war als Arbeiterkind, welches Gesellschaftswissenschaften bei den "Freunden" studiert nicht so interessant. So einfach kann das sein. Außerdem bin ich persönlich der Meinung, wer mich auch "bespitzelt" haben sollte, soll das mit sich selbst abmachen, ich bin deswegen keinem nachtragend - die Zeiten waren eben so, jeder hat das mit seinem Gewissen damals und auch heute abmachen müssen...Wer darüber heute mit mir reden will, ich habe für jede Stimme ein offenes Ohr und werde meine Meinung dazu kundtun, wenn man (auch Frau) sie wissen will.
Sonst nichts, sie haben also doch nicht alles gewußt oder ich war als Arbeiterkind, welches Gesellschaftswissenschaften bei den "Freunden" studiert nicht so interessant. So einfach kann das sein. Außerdem bin ich persönlich der Meinung, wer mich auch "bespitzelt" haben sollte, soll das mit sich selbst abmachen, ich bin deswegen keinem nachtragend - die Zeiten waren eben so, jeder hat das mit seinem Gewissen damals und auch heute abmachen müssen...Wer darüber heute mit mir reden will, ich habe für jede Stimme ein offenes Ohr und werde meine Meinung dazu kundtun, wenn man (auch Frau) sie wissen will.
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